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1. Teil: 5 Kampfkunst-Tipps, wie du (im Job) dein Gegenüber «ausschaltest»

Updated: 2 days ago

Zuschlagen und den «Gegner vernichten» könnte eine Möglichkeit sein, um Konflikten zu begegnen – auch im Job. Anforderungen und Krisen im Leben werden ja häufig als Kampfsituationen wahrgenommen.


5 Strategien bieten sich hierfür an:

  1. Schlage als Erster

  2. Schlage hart

  3. Treffe, wo’s weh tut

  4. Werde nicht getroffen

  5. Nutze deine beste Technik und fiesesten Trick

In diesem Blogpost (1. Teil) schauen wir uns an, welche Erwartungen in der heutigen Arbeitswelt auf Führungskräfte zukommen. Wir sehen, welche Herausforderungen es zu überwinden gilt, wer der wirkliche Feind ist und welche angemessenere Strategien auf der Hand liegen. In Folgeblogs zeigen wir, wie die Anwendung von Elementen der Kampfkunst jede Managementausbildung "schlägt" und was das mit Coaching zu tun hat.


Erwartung: Führungskräfte sind souverän

Eine Erwartung gerade an Führungskräfte besteht wohl darin, dass sie in schwierigen, konfliktgeladenen Situationen souverän handeln. Das Gegenüber (den Gegner) ausschalten und vernichten führt selten zu befriedigenden und nachhaltigen Lösungen – und ist in unserer Gesellschaft auch ethisch schwer vertretbar.


Wer kennt Vorgesetzte, die ständig kämpfen, wild um sich schlagen, ihre Position verteidigen, andere fertigmachen?

«Ultimate excellence lies not in winning every battle, but in defeating the enemy without ever fighting.»

Sun Tzu


Bestimmt kennst du aber auch Führungskräfte, die in Konfliktsituationen souverän auftreten und handeln.


Diese Souveränität kann sich unterschiedlich zeigen: Einprägsam und wirksam kommunizieren, nachvollziehbar und klar entscheiden, deeskalierend in Konflikten handeln, empathisch und zugänglich für das Gegenüber sein, den Rücken seiner Mitarbeitenden und Kollegen stärken und vieles mehr.


Herausforderung: Erschlagendes Umfeld

Führungskräfte werden erschlagen, in der Regel aber nicht von einem Gegner, der sie mit den 5 Strategien niederschlägt. Es ist auch sonst aufreibend, heutzutage eine wirkungsvolle Führungskraft zu sein: Zunehmende Globalisierung, eine VUCA-Welt, das Kommen und Gehen neuer Organisationsformen und Führungsmodelle, Konkurrenz- und Weiterbildungsdruck und ja - jetzt auch noch Corona! Wo bleiben da die Orientierung, Eindeutigkeit, Sicherheit und Stabilität?

Gleichzeitig entstehen bei so vielen Veränderungen Freiräume. Das tönt zwar gut, jedoch ist nicht immer klar, wie wir als Führungskraft diese Freiräume nutzen sollen. Kommt hinzu: Viel "Freiheit" und (zu) viele Möglichkeiten können auch überfordern. Was gilt? Welchen Weg soll ich einschlagen? Was ist jetzt nutzenstiftend?


«Führung wird wohl immer mehr zu einer Kunst, sich zwischen Stabilität und Bewegung zu entscheiden oder hin und her zu fliessen.»

Stress: Der Feind, den es zu besiegen gilt

Sowohl ein erschlagendes Umfeld als auch zu viele Freiräume und Möglichkeiten können Stress verursachen. Leider funktioniert es nicht, dem Stress primär mit Schlagen und Treten zu begegnen. Im Nachhinein in einen Sandsack zu prügeln und in ein Kissen zu schreien hilft zwar sich abzureagieren, wenn auch nur kurzfristig. Wie viel befriedigender wäre es, Stress erst gar nicht aufkommen zu lassen?


Vieles kannst du als Führungskraft bis zu einem gewissen Grad trainieren. Klarer und wirksamer kommunizieren kann jede*r lernen. Du kannst dir Methoden aneignen, um besser zu priorisieren und zu entscheiden. Du kannst dich in Konfliktmanagement weiterbilden und in neue Organisationsformen einlesen.


«Eine wesentliche Fähigkeit einer Führungskraft ist, in Stresssituationen gelassen, handlungsfähig und integer zu bleiben.»

Lösung: Fähigkeiten wie ein Künstler entwickeln – nicht wie ein Sportler

Kampkunst ist die Kunst, ungewohnte und schwierige Situationen besser zu bewältigen. Selbstbestimmt, eigenständig zu agieren, souverän und gezielt zu handeln und dabei die Balance zu halten. Die Betonung liegt auf der Kunst; der Gegensatz dazu ist der Sport.


Viele Martial-Arts-Trainings haben wenig mit dem Erlernen von Fähigkeiten für den realen Kampf zu tun. Sie haben jedoch viel damit zu tun, Konflikt- und Gewaltsituationen unbeschadet zu überstehen. Paradox? Keineswegs.


Das Erlernen von Techniken und Bewegungsabläufen, um in echten Kämpfen "gewinnen" zu können, steht für viele Kampkunst-Praktizierende gar nicht im Zentrum. Wer nicht professionell Kampfsport betreibt, würde im Notfall sowieso überfordert sein. Ein sanftmütiger und freundlicher Kendo- oder Tai-Chi-Lernender wäre in einem Kampf einem wütenden Schläger oder geübten Kampfsportler hoffnungslos unterlegen. Kampf- und Leistungssportler wenden wenig Zeit für existenzielle Fragen auf. Sie wollen schneller rennen, Tore schiessen, höher springen, siegen, gewinnen. Dagegen spricht doch nichts, oder?


Da wären wir wieder bei den fünf Strategien. Diese haben in einigen Sportarten sicher ihre absolute Berechtigung. Beim Kampfsport wird so primär die Durchschlagskraft trainiert, um in der Konfrontation mit Überraschung und Gewalt rasch und effizient Siege erringen zu können.


Sport ist gesund und Siege zu erringen macht Spass. Die Frage ist, mit welchem Einsatz, welcher Einstellung und zu welchem Preis? Eine verbissene Zielorientierung führt beim Kampf- und Leistungssport nicht selten zu körperlichen und psychischen Kollateralschäden; sowohl am eigenen Körper wie auch am Geist wohlgemerkt. Die Analogie zum Geschäftsleben ist naheliegend.


«Führungskräfte, die sich mit "Gewalt" durchsetzen, schaden sich schlussendlich immer auch selbst.»

Geübte, achtsame (Kampf-)Sportler würden nie so weit gehen, dass sie willentlich ihren eigenen Köper oder eigene Psyche schädigen. In Konfliktsituationen ausserhalb des Sport kann man das von vielen Menschen – insbesondere Führungskräften - jedoch nicht mehr sagen.


Nach Friedrich Glasls Modell der Konflikteskalation können Konflikte zum gemeinsamen Untergang führen – eine sogenannte lose-lose-Situation. Für die Vernichtung des Gegners wird auch die eigene Vernichtung billigend in Kauf genommen. Wem kommt das bekannt vor?


Führungskräfte sollen Konflikte meistern, Krisen bewältigen und Ziele erreichen. Die Oberhand zu gewinnen ohne dabei anderen oder sich selbst zu schaden ist das Ziel. Wie du das mit Elementen aus der Kampfkunst erreichen kannst, erfährst du im 2. Teil – stay tuned!

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