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Remote Work – 5 Mythen, Wahrheiten und Empfehlungen

Updated: Nov 10



Die Begriffe Remote Work und Homeoffice sind spätestens seit 2020 jeder und jedem geläufig. Doch was bedeuten sie überhaupt? Was sind die Unterschiede? Welche Mythen und Befürchtungen gehen mit dem Thema einher? Haben sie sich bewahrheitet? Und was können Unternehmen und Führungskräfte aus der Corona-Krise lernen? Wir haben mit den 5 gängigsten Mythen aufgeräumt.


Was unterscheidet Remote Work und Homeoffice?

Zuerst wollen wir für Klarheit sorgen, denn oft werden die Begriffe Homeoffice und Remote Work in einem Atemzug genannt. Dies macht auch Sinn, ist Homeoffice doch eine mögliche Ausprägung von Remote Work. Remote Work an sich wird frei übersetzt als «Fernarbeit» bezeichnet, was sämtliche Arbeitsformen beinhaltet, die sich nicht (nur) auf den festen Arbeitsplatz im Unternehmen beschränken. Gearbeitet wird unterwegs, im Coworking Space, im Café oder beim Kunden. Im Homeoffice zu arbeiten bedeutet jedoch, neben dem Unternehmen zumindest zeitweise im eigenen Zuhause an einem grundsätzlich fix eingerichteten Arbeitsplatz tätig zu sein.


Chancen und Learnings für Führungskräfte und Unternehmen

Gerade aktuell haben sich viele von uns wieder vollständig zuhause eingerichtet und sind nur selten unterwegs. Damit einher gingen in der Vergangenheit so einige Befürchtungen seitens Unternehmen. Welche haben sich bewahrheitet oder gar als völlig falsch herausgestellt? Und was können Führungskräfte aus den Erfahrungen schliessen?

Mythos #1: Sinkende Produktivität

Oft hört man den Einwand, dass die Produktivität im Homeoffice sinkt und weniger geleistet wird. Eine Studie aus den USA beweist das Gegenteil: 3 von 4 Befragten gaben an, gleich oder sogar produktiver zu sein. Das Vorurteil, Mitarbeitende im Homeoffice sässen den ganzen Tag nur auf dem Sofa, machen längere Mittagspausen und früher Feierabend erweist sich ebenfalls als falsch. 20% der Befragten arbeiten laut eigenen Aussagen mehr. Sie leisten im Durchschnitt 26 Überstunden monatlich.

Mythos #2: Das Büro ist tot

Werden durch die Arbeit im Homeoffice die Büros verschwinden? Dieser Mythos wird vor allem durch die neuen technischen Möglichkeiten befeuert. Doch gemäss einer Studie der Arbeitsorganisation ILO der Vereinten Nationen und der Europäischen Stiftung Eurofound aus dem Jahr 2017 sind Home Worker anfälliger für Stress. Da die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, wird es schwieriger die Work-Life-Balance zu halten. Auch wenn es die aktuelle Situation nicht zulässt, wäre langfristig ein Mix zwischen Homeoffice und Büro ideal.

Mythos #3: Distanz führt zu Vertrauensverlust

Nicht selten hört man Ängste von Führungskräften, dass Homeoffice für Vertrauensverlust und Distanz sorgt und die Firmenkultur leidet. Dem kann mit klar definierten Zielen und regelmässigen bilateralen Gesprächen begegnet werden. Viele Teammitglieder fühlen stärkere Wertschätzung, da ihnen mehr Vertrauen entgegengebracht wird und sie einen höheren Freiheitsgrad geniessen. Das Problem des schwindenden Teamgefühls kann und muss aktiv angegangen werden. Durch einen informellen Meeting-Start oder einem gemeinsamen virtuellen Mittagessen können sich Mitarbeitende über private Themen austauschen.

Mythos #4: Mitarbeitende wollen kein Homeoffice

Spannend ist, dass 50% der Befragten ihren Job aufgeben würden, wenn der Arbeitgeber in Zukunft kein Homeoffice mehr anbieten würde. Ebenso viele würden sogar ihren Wohnort wechseln und umziehen, wenn Homeoffice immer möglich wäre. 4 von 5 Mitarbeitenden erwarten, auch nach Corona mindestens drei Mal pro Woche zuhause arbeiten zu können. Über 72% der Befragten gaben an, dass die Möglichkeit auf Homeoffice sie ausgeglichener macht und sie weniger gestresst sind. Dies kann bestimmt auch auf die wegfallenden Pendlerzeiten zurückgeführt werden. 77% stimmen zu, dass sie nach Corona im Homeoffice glücklicher wären.

Mythos #5: Homeoffice Readiness

Entgegen vieler Sonntagsreden, bezahlen aktuell nur 20-25% der Unternehmen das Equipment für die Ausrüstung im Homeoffice. Hier herrscht gewiss noch Aufholbedarf, insbesondere wenn man bedenkt, dass 23% der Befragten sogar eine Lohnkürzung in Kauf nehmen würden, wenn sie regelmässig im Homeoffice arbeiten könnten.

Was nun?

Unternehmen und Führungskräfte sollte sich bewusst sein, welche Effekte Homeoffice auf ihre Mitarbeitenden haben können. Homeoffice sollte grundsätzlich immer eine Option sein, jedoch (zu normalen Zeiten) keine Pflicht. Mitarbeitende müssen die Wahl haben. Unternehmen sollten ein klares Konzept haben und auch bereit sein, Investitionen in das Equipment zu tätigen. Führungskräfte müssen keine Angst vor Kontrollverlust haben, denn klar abgesteckte Ziele und Vereinbarungen helfen beiden Parteien. Führungskräfte können dadurch trotz physischer Distanz Nähe aufbauen und Geführte müssen nicht um ihren beruflichen Erfolg bangen. Wichtig hierfür ist, dass Führungskräfte sich bewusst sind, dass die Art und Weise der Führung der Situation angepasst werden muss und offen für diese Änderungen sein.


Wir haben einige hilfreiche Tools und Tricks für dich, dein Team und deine Liebsten im RemoteKIT zusammengestellt. Schau gerne rein und hol dir Tipps für erfolgreiches Remote Working im Homeoffice!

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