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TrafoBoostDay Rückblick: Die neue Arbeitswelt – digitaler, agiler, menschlicher

New Work Workshop am TrafoBoostDay 2021

Wir befinden uns am Trafoboostday 2021. Es geht um Veränderung und den Umgang damit. Das grosse Ziel ist es, eine neue Arbeitswelt zu schaffen. Ein Teil davon ist der Workshop zum Thema «New Work». Der Workshop findet in einer durch schwarze Trennwände abgegrenzten Nische statt. An den Wänden hängen leere Post-its und Plakate mit Fragen und Themen, die darauf warten beschrieben, besprochen und behandelt zu werden. Gefüllt wird der leere Raum langsam mit den Teilnehmer:innen, die nach und nach eintreffen. Sie sind voller Erwartungen und hoffen auf neue Anregungen, wie sie ihr eigenes Arbeitsleben besser gestalten können. Noch wirft der Raum nur zusätzliche Fragen auf und gibt auch keine Hinweise auf spätere Inhalte. Ziemlich dominant stehen da ein blaues Auto und auf einem Sockel eine Kunstfigur.





Was verbinden wir mit New Work?

Der Workshop wird hybrid durchgeführt, also online via Zoom und vor Ort im Dispo in Biel. Es wird viel Wert auf digitale Tools gelegt. Das merkt man auch sofort, als die erste Aufgabe gestellt wird. Man muss mit dem Smartphone einen QR-Code scannen und dann Wörter eingeben, die man selbst mit New Work verbindet. Je nach Häufigkeit werden sie unterschiedlich gross in der Wortwolke angezeigt. Danach folgt die Aufforderung, diese Begriffe zu zweit zu diskutieren. Es entsteht Bewegung, der Raum wird von angenehm angeregten Diskussionen gefüllt. Namen und Firmennamen werden ausgetauscht. Wer bist du? Weshalb bist du hier? Welchen Begriff hast du aufgeschrieben? Schon nach wenigen Minuten haben die Diskutierenden neue Begriffe, die sie mit New Work assoziieren. Die einzelnen Gespräche werden dann gemeinsam im Plenum besprochen, nie vergessen werden dabei die online Teilnehmer:innen. Auch die Teilnehmenden vor Ort kümmern sich solidarisch darum, dass alle alles mitkriegen und reichen die Freisprechanlagen herum, sodass die sprechende Person gut zu hören ist. Gemeinsam Verantwortung übernehmen, bereits ein erstes Zeichen eines funktionierenden Workshops.



Die Essenz von New Work

Nachdem sich die Teilnehmenden selbst an einer Annäherung an den Begriff «New Work» versucht haben, übernimmt nun wieder Nicole Kopp. Kurz erläutert sie die Essenz von New Work: Arbeiten in einer digital-agilen Welt menschenzentriert gestalten, so dass jede und jeder sein Bestes Einbringen kann.



Nach dem theoretischen Einschub folgt bereits eine zweite Frage, die man zu zweit diskutieren muss: «Was macht deine eigene Firma gut in Sachen New Work?». Die Teilnehmenden tauschen sich in kleinen Gruppen aus. Die einen unterhalten sich über ihre Kommunikationsmethoden: «Ich brauche fast nur noch Teams, kein E-Mail mehr, ich habe nur noch die Geschäftsmailadresse». Eine Projektleiterin lobt ihr Team für seine Spontanität. Schnell kommt die Gruppe auf die Frage, ob dies wohl auch mit dem Alter der Teammitglieder zusammenhänge. Angeregt werden Argumente ausgetauscht. Andere beklagen sich, bei ihnen laufe es nicht so gut: «Uns fehlen gemeinsame Ziele und Vorstellungen»: «Purpose», wie Nicole es nennt, ist ein sehr zentraler Punkt, wenn es darum geht, New Work umzusetzen. Auch die Erkenntnisse dieser Diskussion werden am Ende im Plenum besprochen. Kernaussagen werden gesammelt. Nun gibt es eine Aufteilung der Gruppen. Das Spektrum New Work ist zu gross, um es in so kurzer Zeit ganz aufzuarbeiten. Es werden drei Gruppen definiert, die ihren Fokus auf jeweils unterschiedliche Themengebiete legen: «Kommunikation», «Rollen» und «Psychologische Sicherheit».




Psychologische Sicherheit

In Nicole Kopps Gruppe geht es um die psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz. Dieser Begriff meint eine Atmosphäre, die sicheres Kommunizieren ermöglicht und dadurch die Basis für erfolgreiches Zusammenarbeiten schafft. «Eine der grössten Ängste des Menschen ist, von Gruppen ausgeschlossen zu werden», erklärt Nicole Kopp. Diese Angst führt dazu, dass sich Menschen nicht trauen, ihre Einwände oder Vorschläge zu äussern, wenn sie sich in einer Gruppe nicht wohl fühlen, vor lauter Angst, dadurch erniedrigt oder ausgeschlossen zu werden. Dies schadet jedoch der Arbeit, denn je mehr Menschen sich trauen, sich zu äussern, desto mehr Menschen tragen dazu bei, dass die Arbeit gut verrichtet werden kann, dass Fehler aufgedeckt und neue Ideen umgesetzt werden können. Ein Fragebogen soll den Teilnehmenden helfen, herauszufinden, wo sie mit ihrer Firma stehen. Aussagen wie «Es ist leicht, andere Teammitglieder um Hilfe zu bitten oder Hilfe von Teammitgliedern zu akzeptieren.» muss man je nach Grad des Zutreffens mit den Werten von 1-5 bewerten. Die Antworten werden danach in Zweiergruppen diskutiert. Einige sind sehr zufrieden mit ihrem Arbeitsklima, andere eher frustriert. «Ich lade meinen Frust hier ab, weil ich es an meinem Arbeitsort nicht kann.» Sogleich werden gegenseitig Tipps eingefordert und Erfahrungen ausgetauscht. «Früher wussten unsere Mitarbeiter nicht, für was sie arbeiten. Heute haben wir kleine, hierarchielose Teams, die intrinsisch motiviert arbeiten.» «Ich glaube bei euch ist das Problem…ihr habt zu verschiedene Kulturen».

Nach den Diskussionen in Zweiergruppen wird wieder ins Plenum gewechselt. Die neu gewonnen Erkenntnisse werden geteilt; «Wir haben besprochen, dass man Angst hat, sich zu blamieren, wobei ich denke, dass das eher der Fall in der Deutschschweiz ist als in der Romandie». Gemeinsam versucht man zu erarbeiten, wieso es bei einigen besser zu funktionieren scheint, als bei anderen.


Nach dem kurzen Ausflug in die jeweiligen Themengebiete finden sich am Schluss wieder alle Teilnehmenden zusammen. Die Zeit ist fast um, der Workshop ist beinahe zu Ende. Damit alle möglichst viel mitnehmen können, fasst von allen drei Themen jeweils jemand die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Am Ende gibt es noch eine letzte Aufgabe: Wie am Anfang müssen die Teilnehmenden einen QR-Code scannen und landen in einem Forum, dort können sie ihre «Ahas» aufschreiben. Diese werden dann gesammelt und angezeigt. Am zentralsten scheinen: Zuhören, Unsicherheit=Sackgasse, Diskussion nötig, Vertrauen ist elementar.

Den Kopf gefüllt mit den neuen Begriffen, verlassen die Teilnehmenden langsam den Raum. Viele diskutieren angeregt miteinander. Zurück bleibt am Ende der Raum, nun nicht mehr leer und voller Fragen, sondern mit Wänden voller Post-its mit Erkenntnissen und Aussagen. Plakate, die nun beschrieben sind und von anderthalb Stunden Arbeit und einem kleinen Schritt in der Arbeitswelt zeugen.


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